Spanien

Der heißersehnte Blick nach Afrika

Ein neuer Tag, ein neues Glück – so heißt es doch. Auf dem Weg Richtung Süden … mit großen Erwartungen im Herzen und Aufregung im ganzen Körper. Die Sonne scheint. Bad Bunny läuft auf meiner Playlist und die Sonnenbrille sitzt auf meiner Nase. Die Fenster sind weit geöffnet. Die warme Brise belebt Körper und Geist. Seid ihr auch so Menschen, die bei klarem blauem Himmel und Sonnenschein einfach gute Laune haben?! Wir sind absolut keine Herbst-/Wintermenschen.

Mit der Sonne im Herzen fuhren wir runter zum Campingplatz Río Jara, der in Tarifa liegt. Ein netter Campingplatz, freundliche Menschen an der Rezeption. Wir durften uns erst die freien Plätze aussuchen und dann vorne an der Rezeption klären, für welchen wir uns entschieden hatten. Sehr entspannt alles. Die Sanitäranlagen waren gepflegt und der Weg zum Strand nicht weit.

Und dieser Strand … ein Traum, kann ich euch sagen. Man läuft gefühlt ewig, bis das Meer anfängt – und kommt an Schildern vorbei, auf denen steht, wie weit Afrika noch entfernt ist. Und dann standen wir da … mein Mund offen, mein Finger zeigte hinaus aufs Meer. Da war es: das lang ersehnte Ziel. Einmal von „Langen“ runter nach Tarifa.

Es ist so unglaublich verrückt, wie nah sich ein anderer Kontinent anfühlen kann – auf dem wir beide noch nie waren. In diesem Moment schien die Welt stillzustehen und ich malte mir unser späteres Leben mit Benni aus. Egal mit was und wie … Hauptsache weg und die Welt erkunden. Mit einem offenen Mindset und nur dem Nötigsten im Gepäck. Die Zeit wird kommen, sagte ich mir in diesem Augenblick, als ich nicht aufhören konnte, in die Ferne zu starren.

Am Nachmittag passierte nicht mehr viel. Benni genoss den Wind mit seinem Lenkdrachen und ich blickte einfach nur hinaus.

Am nächsten Morgen war unser Ziel, Tarifa zu besichtigen. Doch als wir aus dem Zelt stiegen, begrüßten uns ein paar Wildpferde, die durch das offen stehende Gitter hineingekommen waren. Erst mussten wir kurz überlegen, ob wir noch im Halbschlaf sind – weil wir damit ganz sicher nicht gerechnet hatten. Nach ein paar Streicheleinheiten brachten wir die Pferde wieder hinter das Gitter, stellten die Mülltonnen wieder aufrecht hin (die sie natürlich ausgeplündert hatten).

In der Altstadt von Tarifa verliert man sich gern in weißen Gassen. Und hinter unscheinbaren Türen öffnen sich oft überraschend ruhige Innenhöfe mit Pflanzen, bunten Fliesen und dem leisen Plätschern eines Brunnens. Eine wunderschöne Stadt und auf jeden Fall sehr zu empfehlen, wenn man in der Nähe ist.

Wie immer auf unseren Reisen hatten wir großes Glück, denn am 8. September hat Tarifa den Tag seiner Schutzpatronin „María Santísima de la Luz“ (Virgen de la Luz) gefeiert – dieses Jahr besonders im Zeichen des 275. Jahrestags ihres Patronats. Dazu gehörten unter anderem eine feierliche Messe in der Kirche San Mateo und die offizielle Erneuerung des Gelübdes (renovación del voto) durch das Rathaus, eingebettet in die Feria 2025. Der Tag gilt außerdem als „Día del Caballo“ (Tag des Pferdes).

Von einer Bar direkt an der Straße aus durften wir die schön hergerichteten Pferde sehen – mit den nobel aussehenden Caballeros. Sehr aufregend für jemanden wie mich, der sowas noch nie erlebt hat.

Am Ende dieses erlebnisreichen Tages sind wir noch einmal zum Strand. Einfach nur wir, das Meer und dieses Licht, das langsam weicher wurde. Wir haben die letzten Sonnenstrahlen auf unserer Haut gespürt und gemerkt, wie gut sich genau dieses „nichts müssen“ anfühlt. Kein Druck, kein Zeitplan – nur der Moment. Und genau deshalb fühlt sich dieser Urlaub so anders an: weil die Zeit nicht davonrennt, sondern irgendwie mit uns mitgeht. Jeder Tag war so voll, so intensiv, dass ich ihn abends im Kopf nochmal durchgehen musste. Und ich weiß jetzt schon: Hätte ich das alles nicht festgehalten, würde ich später hier sitzen und mich ärgern, weil manche Momente einfach zu schön sind, um sie verblassen zu lassen.

PS: Ich verlinke in der Karte ein klasse Restaurant in Tarifa. Ich sag’s euch: die beste Pizza, die ich je gegessen habe!

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