Adra,Andalusien – Camping Las Vegas & Hängemattennächte


Unsere Reise setzte sich fort, bis wir abends auf dem Campingplatz Las Vegas ankamen. Wie wir schnell feststellten: einer der schönsten Campingplätze unserer bisherigen Reisen.
Er liegt in Adra, Andalusien (Provinz Almería) und ist nur 70 bis 150 Meter vom Strand entfernt. Ein Ort zum Runterkommen – oder um abends am Strand in seinen Gedanken zu versinken. Superfreundliche Gastgeber, die zwar zum Großteil nur Spanisch sprechen, aber die Kommunikation hat trotzdem gut funktioniert. Mit Händen und Füßen und ein bisschen gebrochenem Englisch kamen wir immer irgendwie weiter.
Gepflegte Sanitäranlagen, traumhafte Strandlage, kleine Buchten, Einkaufsläden etwa acht Minuten mit dem Auto entfernt – und diese Ruhe … ein Traum.
Wir durften uns einen Platz aussuchen und spannten zwischen Bäumen und Palmen unsere Hängematten auf. Aus der Hängematte heraus konnte man in der warmen Nacht die hellen Sterne am Himmelszelt beobachten. Die Palmenblätter über uns, die warme Brise, der klare Sternenhimmel und das leichte Schaukeln der Hängematte ließen uns in einen tiefen Schlaf fallen.
Am nächsten Tag versuchten wir unser Glück in einer der Buchten – bewaffnet mit einer Angel und viel Geduld. Der Strand ist steinig, aber mit vorsichtigen Schritten gut zu begehen. Am besten zieht man sich Strandschuhe an, vor allem wenn man ins Wasser geht.
Außerhalb der Saison waren nicht viele Menschen an diesem besonderen Ort, was wir sehr begrüßten. Wir erfuhren nämlich, dass es in der Saison deutlich voller ist und der Campingplatz oft ausgebucht sein soll. Außerdem unterhielten wir uns mit jemandem, der dort ein ganzes Jahr verbracht hatte – mit seinem Hund an der Seite.



Leider war das Angeln an diesem Tag nicht sehr erfolgreich, also fuhren wir zu einem der nahegelegenen Supermärkte, um uns abends auf dem Gasbrenner etwas zuzubereiten. Meistens aßen wir einen Eintopf aus Kartoffeln, Karotten und Schweinenacken/Schweinekamm oder Rindfleisch.
Nachts, in der Hängematte liegend, wurde uns wieder bewusst, wie schön diese Flexibilität ist: morgens entscheiden zu können, ob wir bleiben – oder ob die Reise weitergeht. Benni setzte sich abends noch stundenlang an den Strand, blickte hinaus und hörte dem Wellenrauschen zu, bis er später zurückkam. Der strahlend helle Mond war das einzige Licht, das den Strand erhellte und einem den Weg wies.
06.09.2025 – Ausflug nach Granada
Granada ist so eine Stadt, die sich irgendwie sofort besonders anfühlt. Schon beim Ankommen liegt dieses Flair in der Luft: Palmen, kleine Plätze, Stimmen aus Cafés … und im Hintergrund die Sierra Nevada, die dem Ganzen eine richtig beeindruckende Kulisse gibt.
Am stärksten spürt man das natürlich rund um die Alhambra. Das ist nicht einfach nur „schön“, sondern ein Ort, der einen wirklich packt. Überall diese filigranen Muster, ruhige Innenhöfe und Gärten, in denen Wasser ganz leise plätschert. Man läuft da durch und merkt plötzlich, wie still man im Kopf wird.
Aber fast genauso schön war für uns das Drumherum: einfach treiben lassen. Durch das Albaicín mit seinen verwinkelten Gassen, den weißen Häusern und diesen Ausblicken, die auf einmal zwischen zwei Ecken auftauchen, als hätte man sie gar nicht „verdient“. Abends wurde Granada dann nochmal ganz anders – wärmer, lebendiger, irgendwie voller Energie. Und genau das lieben wir: irgendwo einkehren, Tapas bestellen, was trinken … und plötzlich ist es später, als man geplant hatte. Aber genau so soll es ja auch sein.






Zurück am Campingplatz entschieden wir, dass dies unsere letzte Nacht sein würde. Am nächsten Tag sollte unsere Reise weitergehen. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns gedanklich von diesem ruhigen Ort, mit seinen Plantagen rundherum.
Um ehrlich zu sein: Wir träumen heute noch davon. Später einmal mehrere Wochen dort zu verbringen, auf den Plantagen auszuhelfen und noch mehr von diesem besonderen Gefühl mitzunehmen. Wir werden ganz sicher wiederkommen … wann, das steht leider noch in den Sternen. Aber wir nehmen euch wieder mit – mit unseren offenen und ehrlichen Eindrücken, die wir auf unseren Roadtrips erleben dürfen.



