Spanien

Der Süden ruft: Unsere Reise bis Gibraltar beginnt

Spanien 2025… Gibraltar und wieder zurück – das war der Plan. Einmal diese irrsinnige Strecke von Deutschland bis ganz runter an die Spitze Europas, nur um auf der anderen Seite Afrika zu sehen. Verrückt? Ja. Aber genau deshalb wollten wir es ja machen.

Los ging es am 30.08.2025, früh am Morgen in Langen. Diese typische Aufbruchsstimmung: Auto voll, Kopf voller Erwartungen, und irgendwo zwischen Kaffee und den ersten Kilometern kommt dieses Gefühl, dass jetzt wirklich Urlaub ist. Stunden später, gegen 15:30 Uhr, rollten wir endlich in Palavas-les-Flots an. Meerluft, warmes Licht, dieser erste Moment, in dem man innerlich einen Gang runterschaltet.

Unser Zwischenstopp sollte der Campingplatz „Camping Saint Maurice“ werden. Und ehrlich gesagt: Es gibt diese Orte, bei denen man nach kurzer Zeit merkt, dass es einfach nicht so richtig passt. Die Menschen waren freundlich, keine Frage – aber der Platz wirkte insgesamt nicht besonders gepflegt. Wir hatten kurz überlegt, dort etwas zu essen, doch als mein Mann einen Blick in die Küche warf, war klar: lieber nicht. Also schnell wieder raus, weiterziehen im Kopf – manchmal ist das beim Reisen eben so. Nicht jeder Halt ist ein Volltreffer, und manchmal gehört auch ein bisschen „Augen zu und durch“ dazu.

Als wäre das nicht genug gewesen, hat mich später auch noch der Wein erwischt. Nach dem zweiten Glas wurde mir so übel, dass an Weiterfahren am nächsten Tag überhaupt nicht zu denken war. Ich lag am Strand auf meiner Decke, wie eine gestrandete Robbe, und habe einfach nur versucht, wieder zu einem normalen Menschen zu werden. Meerrauschen im Hintergrund, Sonne auf der Haut – eigentlich perfekt… nur mein Magen hatte andere Pläne.

Als es mir etwas besser ging, sind wir wenigstens noch nach La Grande-Motte gefahren. Der Ort wirkt wie aus einer anderen Zeit – nicht alt, nicht historisch, sondern ganz bewusst geplant. Diese weißen, terrassenförmigen Gebäude, fast wie Pyramiden, ziehen sich durch das Stadtbild und geben dem Ganzen etwas Eigenes, Ungewöhnliches. Man läuft dort herum und merkt: Das ist kein Zufall, das ist Design. Ein Ferienort, der in den 1960ern am Reißbrett entstanden ist – und gerade deshalb irgendwie spannend.

Zurück in Palavas-les-Flots haben wir den Tag dann doch noch gut zu Ende gebracht. Direkt neben dem Campingplatz sind wir ins Mimosa gegangen – und das war genau das, was wir gebraucht haben: ein freundliches Lächeln, entspannte Stimmung und richtig gutes Essen. Wir teilten uns eine Tapas-Platte, und mein Mann bekam sogar noch ein paar Muscheln, die eigentlich für einen anderen Tisch gedacht waren – ein kleines Urlaubs-„Bonuslevel“, über das er sich sichtlich gefreut hat.

So wurde aus einem holprigen Start am Ende doch noch ein runder Abend. Und während die Luft langsam kühler wurde, war dieses Gefühl wieder da: Morgen geht’s weiter. Weiter Richtung Süden. Weiter Richtung Gibraltar.

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